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stp-baby Redaktion
28. October 2017

"MAMA, ICH BIN SO GLÜCKLICH AUF DICH!"

Die niederösterreichische Unternehmerin und zweifache Mutter Alina Müller im Interview

Alina Müller (29), selbständig tätige Mama von zwei Kindern, betreibt im niederösterreichischen Groß Sierning ihren eigenen Stoff-Salon Fadengold. In diesem Rahmen vertreibt sie liebevoll ausgewählte Stoffe sowie Näh-Zubehör und individuelle, selbstgemachte Accessoires, Schmuck und Wohnungsdeko. Neben ihrem permanenten Online-Shop öffnet sie ihr Geschäft 1 x pro Monat sowie nach Vereinbarung. Darüber hinaus ist sie immer wieder auch mit an Bord von Kreativ-Events. Im stp-baby Interview verrät uns Alina, wie sie ihren Familien-Alltag mit Lebensgefährte Roman und den beiden Kindern Zeno (6) und Frida (4) schaukelt.

Unternehmerin und Mama - wie geht das unter einen Hut, Alina? Wo lagen oder liegen da die Hürden?

"Die größte Hürde bis jetzt war das Planen der Gründung. Ich habe damals die Zeit genutzt, wenn die Kinder im Kindergarten waren oder wenn sie abends geschlafen haben, um am Konzept zu arbeiten, zu recherchieren, Lieferanten zu finden und vieles mehr. Jetzt, wo mein Geschäft fixe Öffnungszeiten hat, können wir uns alle danach richten. Roman kann seine Arbeit so einteilen, dass die Kinder bei ihm sind - und falls das nicht geht, können sie bei meiner Mama sein. Ihr gehört das Haus, in dem sich mein Laden befindet. Außerdem habe ich auch kein Problem damit, wenn die Kinder mal bei mir im Geschäft sind. Das war ja auch der ursprüngliche Plan - nämlich, dass ich keinen Stress mit der Kinder-Betreuung habe, während ich arbeite. Weil die beiden notfalls eben auch bei mir sein können. In einem Friseur-Salon oder Büro wäre das natürlich schwieriger gewesen."

Welche Familien-Momente würdest du niemals von Arbeit stören lassen?

"Die jeweils ersten beiden Lebensjahre von Zeno und Frida habe ich ungeteilt den Kindern gewidmet, worüber ich im Nachhinein sehr, sehr froh bin. Diese Zeit ist so kostbar! Die gibt dir keiner mehr zurück."

Und wann musstest du wiederum job-technisch "konsequent" sein?

"Nach über 4 Jahren zu Hause habe ich gemerkt, dass ich unrund werde - dass mir die Decke auf den Kopf fällt und ich wieder ins Leben außerhalb meiner Seifenblase einsteigen muss. Für mich."

Hast du einen Rat für "frischgebackene" Mütter, die nach dem Mutterschutz bzw. nach der Karenz wieder ins Berufsleben einsteigen?

"Ich glaube, jede Mutter sollte auf ihre Intuition vertrauen. Und darauf, dass sie weiß, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um (wieder) in den Job einzusteigen. Allerdings kenne ich das Gefühl, wenn man irgendwie in der Luft hängt und nicht weiß, wie es beruflich weitergehen soll nach dem Mutterschutz. Ich selbst hatte ja vorher andere Ausbildungen gemacht - Visagistin, Friseurin - und bin damit, mein eigenes Stoff-Geschäft  aufzumachen, quasi ins kalte Wasser gesprungen. Ich rate jeder Mutter, und natürlich auch allen Vätern, das zu tun, was einem Spaß macht. Mit guter Planung lässt sich alles irgendwie mit der Familie vereinbaren. Bist du glücklich, sind es deine Kinder auch!"

Gibt es etwas, das du dir als "working mum" manchmal von einer guten Fee wünscht?

"Einen Lotto-Sechser! Nein, im Ernst: Ich sehe meine Arbeit momentan nicht als Arbeit in dem Sinn, dass ich mich zwingen muss, in mein Geschäft zu gehen. Ich sehe es eigentlich als Hobby. Als etwas, das ich mir selbst geschaffen habe und das mir Spaß macht."

Was ist dein Mama-Motto?

"'Lerne, es selbst zu tun.' Ich bin eine sehr alternative Mutter: Haus-Geburt, Stillen, Tragen, Familien-Bett, Baby-led Weaning (auch: BLW; dh.: Das Kind bestimmt selbst, wann es für Beikost bereit ist, Anm.) oder homeschooling (dh.: Das Kind wird zuhause unterrichtet, Anm.). Natürlich ist da auch der Part vom Vater gefragt. Wir gehen den Weg gemeinsam und tragen alle Entscheidungen zusammen. Ich bin eigentlich recht entspannt im Umgang mit meinen Kindern - und dementsprechend entspannt sind sie. Natürlich gibt es da auch andere Phasen. Ich finde es außerdem sehr wichtig, sich weiterhin auch noch als Frau wahrzunehmen - und Dinge zu tun, die man schon vor den Kindern gern getan hat. Auch die Partnerschaft zu pflegen ist wichtig: Nicht immer nur das Eltern-Sein in den Vordergrund stellen!"

Und was ist nun für dich das Allerschönste am Mutter-Sein?

"Dass du deine Kinder beim Groß-Werden begleiten darfst. Und wenn du hörst: „Mama, ich bin so glücklich auf dich!“ oder „Du bist die beste Mama der Welt.“ Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen!"

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