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stp-baby Redaktion
14. Februar 2019

DAS WICHTIGSTE IST DER EIGENE HAUSVERSTAND

Das Kind und dessen Bedürfnisse im Auge behalten: Mama Katharina aus St. Pölten im Eltern-Interview

Katharina lebt mit ihrem Partner nach ihrem Umzug aus Wien in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten. Ihre Tochter ist zwei Jahre alt und besucht eine private Kinderkrippe in St. Pölten, seit Katharina mit dem Ende ihrer Karenzzeit wieder ihrem Beruf nachgeht. Die pragmatische Mutter erzählt uns im stp-Interview, warum es wichtiger ist, sein Kind zu beobachten und es in seiner Ganzheit mit seinen ganz persönlichen Bedürfnissen anzunehmen, als akribisch Ratschläge aus der gängigen Erziehungs-Literatur zu befolgen.

Inwieweit hat dich euer Kind verändert - gibt es ein paar deutliche Werte oder Gewohnheiten bei dir, die neu sind, seit eure Tochter auf der Welt ist?

Ein Kind verändert einen immer, es ist nur immer die Frage, wie viel man zulässt. Wir sind bestrebt, uns nicht total in den Wünschen unseres Kindes zu verlieren, sondern gemeinsam eine Einheit zu sein und immer den Bedürfnissen von Papa, Mama und Kind gerecht zu werden.

Bei welchen Bemerkungen rund um Mutterschaft und Kinder steigen dir die „Grausbirnen“ auf, wenn du sie von außen zu hören bekommst?

Ich finde es ganz schrecklich, wenn Mamas meinen: "Das hab ich gelesen." Denn das bedeutet meistens, dass sie einfach zu viel lesen. Im Internet, in diversen Foren, Büchern, Zeitschriften etc. - du darfst deinem Kind das nicht geben und musst das und das so machen. Da wird mir ganz schlecht, wenn ich mir so was anhören muss. Am besten ist es noch immer: SCHAU dein Kind an und achte auf seine Bedürfnisse, RESPEKTIERE dein Kind vom ersten Tag an. Es ist ein eigenständiger Mensch mit individuellen Bedürfnissen.

Dein Kind ist bereits 2 Jahre alt - ganz spontan, welche drei „Meilensteine“ in eurer gemeinsamen Zeit als Familie haben dich bisher am meisten berührt?

  • Der erste Meilenstein war natürlich, dass die Geburt gutgegangen war und dass unsere Tochter lebte - sowie dann 6 Wochen später, genau am 24. Dezember, vom Krankenhaus endlich nach Hause gehen zu können.

  • Der erste Zahn. Im Freundes- und Bekanntenkreis hatten alle bereits die ersten Zähne, manche sogar schon 4 oder gar 8 - und unsere Kleine noch keinen einzigen. Als dann der erste doch durchgebrochen ist, war das echt ein Highlight.

  • Als sie anfing, "ordentlich" zu sprechen und mir zum ersten Mal auf meine Frage "Was hast du heute im Kindergarten erlebt?" eine richtige, für mich verständliche Antwort gegeben hat.

In welchen Momenten möchtest du vor Freude in die Luft springen - und wann möchtest du am liebsten weglaufen?

  • In die Luft springt mein Herz bei Sätzen wie "Mama lieb" oder wenn sie kommt und sagt "kuscheln" und wir uns dann, auch, wenn es vielleicht auch mal nur 5 Sekunden sind, umarmen, aber da es von ihr kommt, fühlt man da so richtig die Liebe, die sie für einen hat.

  • Weglaufen?! - NIE!!

  • Verzweifeln - hin und wieder. Ich nehme meinen Hut vor allen Müttern, die Nacht für Nacht, einmal oder auch mehrmals aufstehen und sich um Ihr Kind kümmern, und dann "fit" am nächsten Tag in der Arbeit sitzen. Ich bin gesegnet mit einem Kind, das, seit es etwa 6 Monalte alt ist, grundsätzlich durchschläft. Daher verzweifle ich, wenn, dann in Nächten, wo sie doch wach wird, sicher viel schneller, weil ich einfach mit der Situation nicht routiniert umgehen kann.

Wie schupft deine Familie das Thema „Kind und Job“? Wie schaffst du es, „Beruf und Familie“ unter einen Hut zu bekommen?

Unsere Kleine geht, seit sie 1 1/2 ist, in den "Kindergarten" und fühlt sich dort total wohl. Sie war bereits am 4. Tag bis zum Mittagessen dort und nach einer Woche hat sie das erste Mal dort Mittagsschlaf gemacht und es passte. Sie wollte meistens dann gar nicht nach dem Mittagsschlaf abgeholt werden. Dann hab ich zu arbeiten begonnen und es war kein Thema, dass sie 3 Tage die Woche auch bis zum Nachmittag bleibt. Zudem haben wir eine super Oma, die immer da ist und einmal in der Woche die Kleine abholt und mit ihr zum Turnen geht, auch schläft sie gerne bei Oma, sodass mein Mann und ich auch mal Zeit haben für uns oder Freunde.

Wir leben in Niederösterreich. Was ist deiner Meinung sehr gut daran, sein Kind in NÖ zu bekommen und aufzuziehen - und gibt es auf der anderen Seite vielleicht etwas, das du dir von „einer guten Fee“ an Verbesserung wünschen würdest?

Wir leben jetzt in St. Pölten und davor in Wien, es war für uns klar, dass Wien nun nicht ganz der optimale Ort ist, um ein selbstständiges, aufgewecktes und fröhliches Kind großzuziehen. Beruflich hat uns der Weg nach St. Pölten geführt und wir fühlen uns sehr wohl hier. Ich finde nur, es wäre wirklich an der Zeit, öffentliche Kinderkrippen anzubieten. Den Kindergarten erst ab 3 Jahren und punkto Arbeitgeber maximal Karenz für 2 Jahre sowie eine "Eingewöhnungsphase" muss man ja auch noch einrechnen. Es ist einfach nicht in Ordnung, dass, wenn man Arbeiten will, man grundsätzlich gezwungen ist, auf private Institutionen auszuweichen oder man sein Kind Familienmitgliedern "anhängen" muss.

Möchtest du selbst noch etwas ganz Eigenes loswerden zum Thema Mutterschaft/Elternsein/Baby?

Ich möchte an den logischen Menschen- und Hausverstand appellieren: Jede Mutter aktuell ist auch nicht gestorben an Kuhmilch vor dem 1. Lebensjahr, an Stofftiere und Kuscheldecke im Bett, an "normalem" Essen, das püriert wurde anstatt diverse Gläschen usw. - denn das gab es bei unseren Müttern noch nicht!

Auch möchte ich euch sagen, legt das Handy weg und schaut eure Kinder an. Lasst sie selber entscheiden und denkt immer daran: Warum zählt das NEIN eures Kindes nicht genau soviel wie ihr wollt, dass euer NEIN zählt?

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