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stp-baby Redaktion
29. September 2018

HAUTNAH: KÖRPERKONTAKT IST DIE LIEBESSPRACHE, DIE AM LAUTESTEN SPRICHT

Familien-Begleiterin und Berührungsexpertin Evelyn Patscheider im stp-baby Interview

Ihr eigener Weg führte sie über Krankheit zu Berufung: Heute praktiziert Evelyn Patscheider in ihrer Hautnah-Praxis in 3454 Sitzenberg-Reidling Baby- und Kindermassage, ist als Familien-Begleiterin mit ganz viel Herz tätig - und bringt uns in ihren TCM-Kursen die Ernährung nach den Fünf Elementen näher. Im stp-baby Interview sprachen wir mit der zweifachen Mutter aus Niederösterreich über die starke Kraft von Liebe, Berührung und Nähe. Außerdem erläutert die Expertin für uns zahlreiche Fälle, in denen TCM helfen kann, gesundheitliche Beschwerden auf körperlicher oder seelischer Ebene zu lindern oder ganz aufzulösen. Übrigens: Natürlich findet ihr Evelyn und ihre Hautnah-Praxis auch in unserer Datenbank der alternativmedizinischen Angebote in Niederösterreich.

Liebe Evelyn, du hast zwei Kinder - und bist außerdem beruflich für andere Familien tätig: u.a. mit Baby- und Kindermassage, Familienbegleitung oder Ernährungstraining nach TCM.

"Ja, in den letzten Jahren hat sich bei mir sehr viel getan. Zu Hause besuchen mich viele Menschen unterschiedlichen Alters in meiner Hautnah-Naturpraxis - mit den unterschiedlichsten Anliegen. Ich habe für alle ein offenes Ohr - mein Schwerpunkt liegt auf Ernährung und der Verdauung und all dem, was diese belastet, was übrigens oft 'nur" stressbedingt ist. Doch wenn die Verdauung nicht klappt, dann können wir nicht gut schlafen, ärgern uns öfter, sind ständig krank, haben Hautprobleme unterschiedlichen Ausmaßes oder unser Hormonspiegel spielt verrückt. Kinesiologisch kann man sich die Ursache dahinter auf der Basis der Fünf Elemente wunderbar angucken - und mit Bachblüten, Kinesiologie, Ernährung und anderen Möglichkeiten super unterstützen. Sehr gerne begleite ich ganze Familien. Und unterwegs bin ich mit meiner Baby- und Kindermassage und mache Ernährungs- Workshops, bei denen ich andere mit meiner Begeisterung für das Kochen nach TCM anstecken möchte.

Ich liebe es, mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu arbeiten, es ist wunderbar spannend - und aufregend zugleich. Jeder trägt ein Rucksackal mit sich herum, bei dem einen ist es kleiner, beim anderen größer. Es gibt immer viele Gründe, warum jemand so ist wie er ist. Ich führe gerne tiefsinnige Gespräche, halte mich nicht mit Small Talk auf. So war das schon als Kind bei mir. Eigentlich mache ich jetzt genau das beruflich, was ich als Mensch schon mein Leben lang mache: Ich schenke jemandem mein Herz, meine Energie und die Zeit, all das zu sagen, was einen bedrückt. Ich denke, dass dies in der heutigen Zeit viel zu kurz kommt, sei es im schulmedizinischen System oder privat."

Gibt es bei dir überhaupt so etwas wie „Alltag“? Wie erlebst du für dich die Arbeit mit so vielen kleinen und großen Menschen, und wo tankst du die Kraft für all dein Tun?

"Etwas wie Alltag gibt es nicht wirklich, wenn man so verwoben mit seiner beruflichen Tätigkeit ist. Es ist eine wahre Berufung für mich - all das, was ich in meinen Kursen erzähle, erlebe ich tagtäglich zu Hause. Vieles, was mir meine Klienten erzählen, habe ich selbst durch jahrelange Krankheit und meine beiden Söhne, die selbst sehr viel mit in dieses Leben gebracht haben, schon erlebt. Ich fühle immer sehr mit, verstehe alle sehr gut - und manchmal fließen auch bei mir die Tränen in den Terminen. Ich bin sehr empathisch, erlebe Gefühle sehr stark - und letztendlich bin ich einfach nur authentisch.

Kraft gibt mir natürlich meine Familie: besonders mein Partner, der es mir erst ermöglicht, so zu arbeiten. Durch seinen Schichtdienst ist immer jemand von uns beiden bei unseren Kindern - Organisation pur. Trotz meiner vielen Ideen und Termine bin ich sehr viel bei meiner Familie. Wir sind wirklich viel zusammen. Das ist der Vorteil am Selbstständigsein: Man kann sich alles gut einteilen. Prioritäten werden gesetzt. Unseren Garten, meine Kräuter, mein Kochen - all das liebe ich. Auch meine Klienten schenken mir unendlich viel Kraft - ein einfaches 'Danke' und ein liebevolles Lächeln sind super-wertvoll für mich. Da hüpft mein Herz immer schneller."

Du bietest u.a. Babymassage-Kurse an. Wieso ist dir das Thema „Berührung“ so immens wichtig, was möchtest du uns (werdenden) Eltern gerne vermitteln? Wo kann ich als Elternteil meinem Kind durch Berührung helfen bzw. es unterstützen?

"Nach der Geburt meines großen Sohnes erhielt das Wort Berührung für mich eine andere Dimension. Da er nicht gesund zur Welt kam und vieles über sich ergehen lassen musste, fiel es ihm einfach leichter, vieles zu akzeptieren und zu bewältigen, wenn er unsere unmittelbare Nähe spürte. Und so hat dieser kleine Kerl auf mir gewohnt. Ich habe ihn getragen. Jede einzelne Sekunde unserer ersten gemeinsamen Monate. Dadurch hat sich für mich auch ein neues Feld geöffnet. Ich konnte mein kleines Baby berühren, bei ihm sein und ihm gleichzeitig auch helfen, besser in dieser Welt klar zu kommen. So bin ich zur Babymassage gekommen. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten dabei - ich verwende Techniken aus dem Shiatsu, Yoga, der Akupunktur, der indischen und schwedischen Massage und der Reflexzonenmassage - können Babys und Kleinkinder bei unterschiedlichsten Indikationen unterstützt werden: sei es beim Schlafen, beim Zahnen, bei Erkältungen, in ihrer motorischen Entwicklung, bei Bäuchleinweh oder einfach, um gut in den Tag zu starten. Am Wichtigsten für mich ist jedoch, dass nicht die Indikation selbst, sondern diese zärtliche wunderbare Zeit, die man sich hier schenkt, im Mittelpunkt steht. Ich sage immer: Körperkontakt ist die Liebessprache, die am lautesten spricht. Sie ruft ganz laut: 'Ich liebe dich!' ... Babymassage-Kurse biete ich z.B. in der Zwergenstube Traismauer an."

Manchmal musste ich mir als Mutter schon anhören, ich solle meine Tochter „nicht dauernd so abschnuddln“ bzw. „nicht ständig so abbussln“. Ich finde es jedes Mal furchtbar, wenn ich so etwas höre.

"Ich glaube eher, dass diejenigen, die so etwas immer sagen, ein paar Bussis und Streicheleinheiten zu wenig bekommen haben... Natürlich kenne ich diese Aussagen zur Genüge - und auch mir ist es immer schwer gefallen, mir das alles nicht zu Herzen zu nehmen. Als Mama will man ja doch alles richtig machen - was ist, wenn dies doch nicht der richtige Weg ist!? Gerade in älteren Generationen gilt die Annahme, dass man Kinder dadurch verwöhnen würde. Aber viele wissenschaftliche Untersuchungen kommen immer zum selben Ergebnis: Babys und Kleinkinder, die getragen, abgebusselt, zärtlich berührt und gestreichelt werden, entwickeln sich emotional gesünder als Kinder, die oft eine lange Zeit ohne körperliche Zuwendung auskommen müssen.

Werfen wir nur einen Blick zu anderen Kulturen: Hier werden Babys und Kleinkinder tagein-tagaus getragen. Sie sind überall dabei! Ich selbst liebe die körperliche Nähe zu meinen Kindern: Unser ältester Sohn ist knapp 6 Jahre und liebt es nach wie vor, auf mir zu kuscheln, Bussis zu bekommen - und selbst getragen wird er noch sehr oft. Ich finde das wunderschön! Ich liebe die Umarmungen meiner Söhne, meines Partners, von anderen lieben Menschen - ich bin selbst ein ganz kuscheliger Typ, darum gebe ich das auch gerne meinen Kindern weiter. Und wenn es mir nicht schadet, dann kann es doch kaum meinen Kindern schaden."

Du begleitest Familien auch schon ab dem Kinderwunsch. Wie sieht die gemeinsame Arbeit und deine Unterstützung in einer solchen Lebensphase aus?

"Ich gucke hier, wo die Ursache aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin und ihrer Fünf-Elemente-Lehre liegt. Das kann alles sein: Wir sind alle so individuell, dass nichts pauschaliert werden darf. Tatsächlich kann es sein, dass einfach körperliche Gegebenheiten da sind, die optimiert werden können. Natürlich arbeitet man hier meist sehr stark an der Ernährung, aber auch mittels Kräutern und Essenzen können tolle Erfolge erzielt werden - gerade wenn der Hormonhaushalt durcheinander ist. Ich selbst schwörte bei meinen Kindern auf eine Storchschnabel- Essenz, die ich gemeinsam mit ein paar anderen Kräutern eingenommen habe. Ich war nämlich auch selbst schon ein heißer Kinderwunsch-Kandidat: Meine Ärzte hatten mir mit Anfang 20 erklärt, dass ich keine Kinder bekommen könne! Obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit einem Kinderwunsch beschäftigt hatte, verspürte ich danach nichts sehnlicher, als irgendwann einmal mein eigenes kleines Zwucki in Händen halten zu können. Das war keine schöne Zeit. Aber nicht nur der Körper, sondern auch unser Geist und unsere Seele tricksen uns ein wenig aus: Stress, kreisende Gedanken, schlaflose Nächte, Panikattacken, Schuldgefühle, Neid und Co. sind oft mit im Spiel. Hier kann energetisch ganz toll gearbeitet werden. Besonders mit meinen heißgeliebten Bachblüten können Stress oder andere tieferliegende Themen gut bearbeitet werden."

Du hältst ja auch TCM-Kochkurse ab, Evelyn. Warum ist das eine gute Empfehlung v.a. auch für uns Eltern?

"Ich habe selbst jahrelang eine Darmerkrankung gehabt, mich niemals wohlgefühlt, hatte keinen Hunger - und wenn ich etwas aß, dann wurde mir gleich übel und ich bekam Bauchkrämpfe. Wobei das nur ein Teil der ganzen Geschichte ist. Es ist mir einfach nicht gut gegangen - ich habe es aber niemals mit meiner Ernährung - die ja aber quasi gar nicht vorhanden war - in Zusammenhang gebracht. Als ich dann 'per Zufall' auf die Traditionelle Chinesische Medizin gestoßen bin, hat mich diese Energie sofort ganz tief berührt. Ich spürte sehr, dass es das jetzt ist. Mithilfe der TCM habe ich mich sozusagen wieder ins Leben zurückgegessen. Es geht mir nicht nur wieder gut - ich bin fit wie ein Turnschuh und habe super viel Energie. So viel Energie, dass ich diese auch in meinen Ernährungsworkshops weitergeben möchte."

Das heißt, in deinen Ernährungsworkshops gibst du weiter, was du wirklich täglich lebst.

"Ich könnte tatsächlich stundenlang über Ernährung sprechen und kochen: Ich stehe großteils dreimal täglich in der Kühe und koche, backe, trockne meine Kräuter und koche ein. Es ist nicht nur ein Hobby von mir, sondern eine ganz tiefe Leidenschaft! Auch meine Kinder stehen und sitzen seit Anbeginn in der Küche oder auf der Arbeitsfläche und helfen mir beim Rühren und Schnibbeln. Frühstück ist bei uns zu Hause zum Beispiel sehr wichtig. Obwohl sich auch bei uns hie und da mal ein Marmeladebrot auf Tellerchen verirrt - auch, wenn es bei uns Marmelade mit Agavendicksaft ist - gibt es bei uns meist frisch Gekochtes wie Breie, Porridge, Polenta, Kaiserschmarren, Palatschinken, Waffeln, Pancakes und Co. Alles bunt garniert mit frischem Obst, Nüssen, Samen, Kernen, Joghurt oder Obstmus in verschiedenen Variationen. Wenn alles bunt ist, macht Frühstücken sehr viel mehr Spaß!"

Wie praktisch lässt sich TCM in der Küche zuhause dann tatsächlich umsetzen - und mit welchen Ergebnissen zum Beispiel?

"Nach TCM zu kochen ist nicht schwer. Ich sage immer, dass so gut wie jedes Rezept auf Basis der Fünf-Elemente-Lehre gekocht werden kann. Auch der immer noch weitverbreitete Glaube, dass ausschließlich chinesische Lebensmittel verwendet werden dürfen, ist nicht wahr. In der TCM geht es vor allem darum, regionale und saisonale Lebensmittel zu verwenden. Also keine Orangen aus den Tropen oder Bananen aus Costa Rica. Genau das, was unsere Region zum jeweiligen Zeitpunkt bietet, ist genau das, was unser Organismus braucht, um gesund zu bleiben. Ein wenig unbequem ist die TCM jedoch schon: Nachdenken ist gefragt. Viele Lebensmittel sind für uns schon so normal geworden. Zu jeder Zeit gibt es bei uns ja tatsächlich alles zu kaufen, was unser Herz begehrt. Dass der Großteil der Lebensmittel aber gar nicht aus Österreich oder zumindest Europa stammt, sieht man irgendwann nicht mehr. Durch das Ersetzen mancher Lebensmittel kann eine weitreichend gesündere Mahlzeit gezaubert werden, die Energie gibt, anstatt sie zu nehmen, die dauerhaft satt macht, anstatt wieder in eine Heißhungerattacke zu geraten, und die vor allem tatsächlich schmeckt - und die kein Einheitsbrei aus der Dose, dem Tiefkühlfach oder der Mikrowelle ist. Und nebenbei passiert es sogar, dass sich das eine oder andere Kilo auf der Waage verabschiedet."

Und was lernen wir in deinen Kursen für Ernährung nach TCM?

"In meinen Kursen tauchen wir immer in die Welt der alten Chinesen ein. Ich stelle viele Lebensmittel vor, die so manche Kursteilnehmer gar nicht kennen: alte Getreidesorten, Gewürze, Kräuter und alternative Zucker- und Milcharten. Ich erkläre den Zusammenhang der einzelnen Elemente, und decke auf, warum es z.B. kein Wunder ist, dass manche Kinder in der Nacht nicht schlafen können oder ständig weinen bzw. sich häufig ärgern. Ich erkläre, dass die Verstopfung vielleicht am Stress der letzten Monate liegt, die trockene Haut eventuell mit zu scharfem Essen zu tun hat oder das ständig laufende Näschen mit dem ganzen Zuckerzeugs in Verbindung steht. Ich höre immer ein großes Ah und Oh, wenn ich all diese Zusammenhänge erkläre. Ich liebe diese Blicke ;-) Und schlussendlich sollten wir Eltern natürlich nicht nur darauf schauen, dass unsere Zwerge etwas Gutes auf dem Teller liegen haben. Um fit durch den Tag zu kommen und für alles gut gewappnet zu sein, brauchen auch wir Eltern eine gehörige Portion Energie!"

(Danke für das wunderbar "hautnahe" Interview
an die niederösterreichische Mutter und Humanenergetikerin Evelyn Patscheider!)

 

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