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stp-baby Redaktion
6. Januar 2018

CRANIOSACRALE ARBEIT MIT KINDERN: UNTERSTÜTZUNG AUF DEM WEG ZURÜCK INS UR-VERTRAUEN

Die niederösterreichische Expertin Sonja Kainz im Interview

Sonja Kainz arbeitet mit Kinesiologie und craniosacraler Körperarbeit, um Menschen ganzheitlich zu unterstützen. In ihrer Praxis in 3874 Litschau beschäftigt sie sich sehr gerne und erfolgreich gerade auch mit Babys: Zu ihren kleinen KlientInnen zählen verstärkt Schreibabys, Babys mit jeglicher Art von Unruhezuständen und Kleinkinder mit verschiedensten Symptomen. Wir baten Sonja zum Interview, um mehr über ihre Arbeitsweise und die Erfolge gerade bei Schreibabys zu erfahren. Lest hier die interessanten Antworten der zweifachen Mama und Expertin - und Praxis-Beispiele, die Mut machen. Übrigens: Weitere Infos zu Sonjas Praxis findet ihr natürlich in der stp-baby Datenbank!

Sonja, Sie arbeiten besonders viel gerade auch mit Babys und Kleinkindern. Wie gestaltet sich die Arbeit mit den kleinen KlientInnen? Was ist mitunter „schwieriger", was „einfacher“ als mit den Großen?

"Mit Babys und Kleinkindern zu arbeiten ist immer wieder eine besondere Herausforderung und erfüllt mich gleichzeitig mit großer Freude. Eltern fragen mich oft, ob man mit Kindern arbeiten kann, obwohl sie sehr unruhig sind und nicht sitzen bleiben können. Kleine Kinder können sich nicht verbal ausdrücken und zeigen deshalb im Laufe der Sitzung, was in ihnen vorgeht. Wenn sie dann z.B. mit Unruhe reagieren, dann begleitet sie diese innere Unruhe auch sonst im Alltag. Kinder wissen intuitiv ganz genau, was ihnen gut tut. Deshalb kommt es auch immer wieder vor, dass sonst rastlose Kinder während der Craniosacral-Therapie ganz ruhig sitzen bleiben und diese förmlich genießen. Babys und Kinder sind völlig unvoreingenommen und können sich deshalb umso leichter auf eine Sitzung einlassen. Sie 'holen' sich genau das ab, was im Moment für sie wichtig ist. Der Verstand hinterfragt nichts und zweifelt nicht an. Das ist auch der Grund, warum Kinder oft sehr viel spontaner auf eine Sitzung reagieren als Erwachsene."

Wie wirkt sich Ihre Arbeit mit Schreibabys auf diese aus? Warum hilft die craniosacrale Arbeit hier so gut?

"Auffallend ist, dass von allen Schreibabys, die sich bei mir in der Praxis einfinden, sicher 90 % eine komplizierte Geburt hatten, also z.B. Kaiserschnitt, Saugglocke, Steckenbleiben während der Geburt, eingeleitete Geburt, Aufenthalt im Brutkasten etc. Oder dass es Probleme während der Schwangerschaft gegeben hat. Die Kinder sind offenbar Eindrücken, Erlebnissen, Gefühlen ausgesetzt, die sie in der Folge nicht oder nur schwer verarbeiten können. Die Folge ist, dass sie überreizt reagieren und einfach nicht zur Ruhe kommen. Die craniosacrale Arbeit in Verbindung mit ontologischer Kinesiologie ist eine wunderbare Technik, um die Kinder auf ihrem Weg ins Urvertrauen zu unterstützen. Wir finden mit dem Muskeltest - getestet wird bei der Mutter, sie stellt die Muskelkraft zur Verfügung - heraus, mit welchen Gefühlen das Baby in Kontakt ist. Gleichzeitig bekommt es dadurch den Impuls, Gefühle und Erlebnisse zu verarbeiten."

Beobachten Sie bei „Schreibabys“ Wechselwirkungen mit den Familien-Mitgliedern?

"Verändert sich beim Baby etwas, hat das natürlich Auswirkungen auf die ganze Familie. Die einzelnen Familien-Mitglieder können nie isoliert betrachtet werden, die Familie funktioniert immer wie ein Zahnrad-Gefüge. Dass sich bei der ganzen Familie der Stress-Level senkt, wenn das Baby länger am Stück schläft, versteht sich von allein."

Gibt es Beispiele aus der „Praxis“ (im wahrsten Sinne), wo sich Unruhe-Zustände von Babys aufgrund Ihrer Arbeit gebessert haben?

"Sehr gerne! Ein Beispiel: 1.Termin: Baby, 9 Monate – sehr unruhig in der Nacht schon seit Geburt an. Es wird jede halbe bis dreiviertel Stunde munter und schreit. Normale Schwangerschaft, normale Geburt - aber ich erfahre von der Mutter, dass sie schon vor und während der Schwangerschaft an Angstzuständen und Panikattacken gelitten hat. 2. Termin 1 Monat später: Das Kind ist bereits viel ruhiger, es schläft nachts bereits 3 Stunden durch, der Mittagsschlaf dauert eine halbe Stunde länger als vorher. 3. Termin, wieder 1 Monat später: Das Kleine ist viel entspannter und ruhiger, hat schon einige Nächte bis 5 Uhr früh durchgeschlafen.

Ein zweites Beispiel, um die positiven Effekte meiner Arbeit zu veranschaulichen: 1. Termin: Baby, 5 Monate, “fremdelt” extrem, schreit panisch, wenn jemand anderer außer den Eltern in seine Nähe kommt, biegt sich extrem durch. Ich erfahre: Geburt wurde eingeleitet und dauerte sehr lange – als die Werte abfielen, kam es zum Kaiserschnitt, und es dauerte fast 1,5 Stunden, bis das Baby endlich zu seiner Mutter kam. Bei unserer 1. Sitzung schreit es fast 50 Minuten lang panisch durch. 2. Termin 1 Monat später: Die gesamte Situation ist viel besser geworden, mit Großeltern, Onkeln und Tanten gibt es kein Problem mehr, das Kind biegt sich nicht mehr durch. Es kann auch problemlos von fremden Leuten angesehen werden. 3. Termin: Die Panik ist weg. Ein 'Zwergerltreff' wurde problemlos absolviert, laut Eltern ist das Kleine wie ausgewechselt."

Jetzt kann ich es ja sagen: Ich habe selbst mit meinem eigenen Kind kurz nach der Geburt sehr gute Cranio Sacrale-Erfahrungen gemacht. Ihre Beispiele bestätigen mich in meiner persönlichen Meinung. Hätten Sie noch eines für unsere LeserInnen?

"Natürlich, gern. 1.Termin: Kind, 16 Monate alt, schläft sehr unruhig, schreit in der Nacht auf – sitzt im Bett – wird aber gar nicht richtig munter. Das passiert bis zu sieben Mal pro Nacht seit es ca. ein halbes Jahr alt ist. Die Geburt des Kindes war 2 Wochen vor Termin, 18 Stunden hat sich nichts getan, dann innerhalb von 3 Stunden erfolgte die Geburt. Aufgrund von Gelbsucht war das Kleine dann ganze 2 Tage nicht bei der Mutter... 2. Termin 1 Monat später: Das Kind wird nur mehr zwei Mal pro Nacht munter. 3. Termin: Das Kind schreit nachts nicht mehr auf. Es wird lediglich regelmäßig um etwa 4 Uhr munter - und schläft dann bis 7 Uhr im Elternbett weiter..."

Wie läuft nun eine craniosacrale Behandlung ab?

"Zuerst erfolgt die ausführliche Anamnese: Ich erfrage alle wichtigen Dinge von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Ist-Zustand. Dann erkläre ich den Eltern meine Vorgehensweise während der Sitzung. Mittels Muskeltest bekommen wir Zugang zum Unterbewusstsein des Kindes und bringen so in Erfahrung, welche Gefühle und Erlebnisse gespeichert sind, die das Kind belasten. Getestet wird, wie schon erwähnt, bei der Mutter. Während der Sitzung nehme ich immer wieder mit dem Kind über meine Hände Kontakt auf (Craniosacrale Körperarbeit), spüre den körpereigenen Rhythmus auf und begleite diesen. Der Körper erhält die Möglichkeit, sich über die Körperschwingung auszudrücken, Blockaden loszulassen, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und sich neu auszurichten."

Sie haben sich nach 17 Jahren Büro-Tätigkeit dafür entschieden, beruflich einen ganz anderen Weg einzuschlagen. Jetzt arbeiten Sie selbständig in Ihrer eigenen Praxis. Möchten Sie ein wenig davon verraten, was zu dieser doch sehr großen Entscheidung geführt hat? Seit wann gibt es Ihre Praxis nun?

"Meine Praxis habe ich 2010 gegründet. Meine beiden Adoptivkinder aus Kambodscha waren der maßgebliche Grund für eine Veränderung meiner Sicht auf das Leben. Dinge, die mir vorher extrem wichtig erschienen, wurden plötzlich ganz nebensächlich. So empfand ich meine berufliche Tätigkeit als nicht mehr erfüllend und wollte etwas Neues in meinem Leben beginnen. Ich hatte den großen Wunsch mit Menschen zu arbeiten. Der Kontakt mit Menschen, die Möglichkeit, sie ein Stück weit in ihrem Veränderungsprozess zu begleiten und ihnen neue Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, erfüllt mich täglich mit großer Zufriedenheit und Freude. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir die jungen Eltern entgegenbringen und dass ich mit deren wertvollstem Schatz arbeiten darf. Ich bin glücklich, wenn ich diese kleinen Wesen um mich habe."

Was möchten Sie anderen Eltern gerne als Rat oder Motivationen mitgeben für Situationen, wo sie vielleicht mal überfordert oder auch verzweifelt in ihrer Rolle sind?

"Das Wichtigste ist, sich selbst bei schwierigen Umständen nicht ganz zu vergessen. Dem Kind kann es auch nur so gut gehen, wie es der Mutter und dem Vater geht. Lieber mal die Großeltern zum Aufpassen bemühen - und sich selbst eine kurze Auszeit gönnen."

(Vielen Dank für das Interview an Sonja Kainz!)

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