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20. August 2018

BEIKOST-EINFÜHRUNG MIT BABY-LED-WEANING IM 1. LEBENSJAHR

Ein Erfahrungsbericht von stp-baby Redakteurin Rubina Weinzettl

Was ist Baby-Led-Weaning?

Baby-Led-Weaning (kurz: BLW) ist eine Form der Beikost-Einführung, bei der auf die Gabe von Breikost verzichtet wird und das Baby von Anfang an (salzarme) Familienkost erhält. Das Baby wird auch nicht gefüttert, sondern darf von Anfang an selbst Essen und aus einem Angebot von gesunder Nahrung selbst auswählen. Auch wird nicht automatisch im Alter von 5 Monaten mit der Gabe von Beikost begonnen, sondern man wartet, bis das Baby "beikostreif" ist und selbst Interesse an der Aufnahme von fester Nahrung zeigt. Das Baby wird weiter gestillt (oder erhält weiterhin Milch aus der Flasche) so viel es will und bestimmt selbst, wie viel es essen möchte und in welchem Tempo es seine Milchmahlzeiten schrittweise immer mehr durch feste Nahrung ersetzen will. Denn der Begriff Baby-Led-Weaning heißt im Deutschen eigentlich so viel wie "selbst geleitetes Abstillen".

Es gibt bereits zahlreiche Literatur, sowie Kochbücher zum Thema BLW im Fachhandel. Wir wollen uns daher nicht weiter damit aufhalten. Wer sich genauer für das Thema interessiert, sei an die unten angeführte Literaturliste verwiesen. Dieser Beitrag ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, der zeigen soll wie wir BLW in der Familie umgesetzt haben und wie es uns im 1. Lebensjahr unserer kleinen Annika damit gegangen ist.

So haben wir BLW umgesetzt

Vom Hören-Sagen wusste ich eigentlich nur, dass man Babys Breikost verabreicht, wenn sie beginnen "feste" Nahrung zu sich zu nehmen. Auf das Thema BLW stieß ich durch die Lektüre von Nora Imlaus Buch "Mein kompetentes Baby". Da mir dieser Weg aus meiner persönlichen menschlichen Logik heraus sinnvoll erschien, diskutierte ich das Thema mit meinem Mann, der auch dafür war, dass wir BLW ausprobieren. Ich sprach auch mit Freunden über ihre Erfahrungswerte, die ihre Kinder auch mit BLW in die Beikost eingeführt haben. Da immer wieder Bedenken von Verwandten geäußert wurden, ob das Baby sich nicht verschlucken würde, las ich schließlich auch ein Baby-Led-Weaning-Buch (siehe Literaturliste unten). Das war sehr hilfreich, da in dem Buch wichtige Hinweise enthalten waren, die meiner Ansicht nach schon beachtet werden sollten, wie z. B. Informationen, welche Nahrungsmittel zwecks Verschluck-Gefahr vermieden werden sollten, dass das Baby aufrecht sitzen sollte, usw. Auch hilft dieses fachliche Wissen Freunde und Verwandte zu beruhigen, die mit BLW nicht vertraut sind und sich deshalb Sorgen machen.

Unsere Annika war von Anfang an immer am Tisch dabei und konnte uns von der Babywippe aus beim Essen beobachten. Sie war fast 6 Monate alt, als sie immer mehr Interesse daran zeigte zu probieren, was wir am Tisch essen. Bei einer Familienfeier wurde dies auch von anderen bemerkt und unsere Annika bekam ein getrocknetes Apfelringerl. Sie kaute mit Begeisterung daran herum. Dann begannen wir ihr gedämpfte Gemüse- und Obstsorten, sowie Fleisch als Fingerfood anzubieten. Ich kenne aber auch Eltern, deren Kinder erst später beikostreif waren, z. B. mit etwa 8 Monaten.

Ich habe Annika untypischerweise für BLW aber auch ab und zu Brei angeboten. Meine Freundin riet mir nämlich auch BLW nicht allzu puristisch zu betreiben, da manche Babys gerne Brei essen. Ich gab ihr allerdings nur solche Speisen in Breiform, die ich auch selbst als Brei essen wurde. Wenn ich z. B. Müsli zum Frühstück aß, bekam Annika einen Getreide-Obst-Brei. Aber Nudeln mit Bolognese-Sauce würde ich ihr nicht pürieren, da ich sie auch nicht so essen würde. Nudeln gab es daher für Annika wieder als Fingerfood (z. B. Penne oder Spiralen, die sie gut mit der Hand essen konnte). Mir war es wichtig Annika an "realistische" Konsistenzen von Nahrungsmitteln zu gewöhnen. Wenn es Brei, Suppe oder eben so etwas wie Bolognese-Sauce gab, fütterte ich sie mit dem Löffel. Wenn sie den Löffel selbst nehmen wollte, führte ich den Löffel bis zum Mund. Dann durfte sie ihn selbst nehmen und in dem Mund stecken. Meistens drehte sie den Löffel im Mund um und schleckte ihn dann ab.

Ein Jahr später...

Am Anfang waren keine Vorlieben erkennbar und Annika hat alles ausprobiert. Umso älter sie wurde, umso deutlicher war erkennbar, welche Nahrungsmittel sie bevorzugt. Jetzt ist Annika fast 15 Monate alt und zeigt sogar schon auf die Lebensmittel hin, die sie essen möchte. Wir bieten ihr aber trotzdem alles an, da sie auch nicht jeden Tag das selbe gern isst. An einem Tag isst sie z. B. ganz viele Himbeeren in Omas Garten, am Tag darauf hat sie sich davon abgegessen und steckt sie lieber Oma in den Mund. Außerdem probiert sie auch die Nahrungsmittel, die sie nicht so gerne isst, oder auf die sie gerade keinen Lust hat, lässt sie dann aber un- oder halb aufgegessen liegen. Auch die Mengen, die Annika ist variieren deutlich von Tag zu Tag. Ich sehe das als ein gutes Zeichen, dass sie spürt, was und wie viel sie im Moment braucht. Das ist aber nur meine Interpretation als Mutter.

Brei hat sie eine Zeit lang total abgelehnt, jetzt kommt es wieder darauf an. Obst isst sie auf jeden Fall lieber geschnitten als Fingerfood oder in Form von diesen kleinen Trinktüten, die es mit Obst oder Obst-Getreidemischungen gibt. Hin und wieder ist sie gerne eine Art von Milch-Getreidebrei, wie z. B. Dinkel-Grießkoch. Sie möchte aber kaum noch gefüttert werden und isst Saucen, Grießkoch, Suppe und Co. bereits selbst mit dem Löffel (mit Unterstützung von der Familie).

Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es ist schön, dass ich Annika nicht immer füttern oder ihr ein eigenes Babyessen kochen musste. Wir habe einfach Speisen für uns ungesalzen und ungewürzt zubereitet, sie für Annika in eine fingergerechte Form gebracht und unser Essen dann nachgewürzt. Das hat uns sehr viel Arbeit und Stress erspart. Annika hat immer Freude am Essen und legte mit zunehmendem Alter immer mehr Wert darauf, das gleiche auf ihrem Teller liegen zu haben, wie wir auch.

Trotzdem: Ich kenne auch Eltern, die klassische Breikost angewandt haben und auch zufrieden sind. Auch deren Kinder konnten zumeist ganz leicht im Alter von 1 Jahr auf Familienkost umgestellt werden. Welche Methode die richtige ist, muss jede Familie selbst für sich entscheiden und hängt auch davon ab, ob man zügig abstillen möchte oder nicht. In diesem Fall ist Breikost sicher besser geeignet. Annika isst zwar vier Mal am Tag und oft gar nicht wenig, möchte aber auch noch zusätzlich tagsüber 3-4 Mal gestillt werden.

Literaturliste

Gill Rapley & Tracy Murkett

Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg

Kösel-Verlag, 6. Auflage 2013

Dies sind nur die Bücher, die ich für unsere BLW-Beikost-Einführung verwendet habe. Es gibt noch zahlreiche andere Werke zu dem Thema. 

(Redaktion: Rubina Weinzettl)

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